Hallo zusammen, eine interessante Frage mit doppelter Bedeutung. Zunächst einmal fasste Paramahansa in den USA Fuß und wurde im 20. Jahrhundert zu einem der einflussreichsten spirituellen Lehrer des Westens. Amerika wurde für ihn zu einer zweiten Heimat, in der er über 30 Jahre lebte, von 1920 bis 1952, als er verstarb. Sein Buch „Autobiografie eines Yogi“ ist bis heute ein weltweiter Bestseller, und die von ihm gegründete Organisation Self-Realization Fellowship mit Sitz in Los Angeles ist bis heute erfolgreich tätig. Sein Weg in die USA war jedoch keineswegs reibungslos. Er musste auf erheblichen Widerstand stoßen, und von außen konnte es den Anschein haben, als würde die Gesellschaft ihn ablehnen. Dafür gab es sehr ernsthafte Gründe.
1. Yellow Peril – der kulturelle Schock der „gelben Gefahr“. Er kam 1920 in die Vereinigten Staaten, in einer Epoche strengen Konservatismus, rassistischer Vorurteile und weit verbreiteter Vorbehalte. In der Gesellschaft herrschten antiasiatische Stimmungen. Das Auftreten eines Mannes in orangefarbener Kleidung mit langen Haaren, der Meditation und östliche Philosophie lehrte, löste bei der Bevölkerung und in der Presse große Skepsis aus. Man versuchte, ihn als Dummkopf und Betrüger darzustellen.
2. Die Aufmerksamkeit des FBI und der Behörden. Er geriet ins Visier der Behörden und wurde überall überwacht, wo er sich aufhielt. Er füllte riesige Säle, und dort waren die Augen und Ohren der Regierung präsent. Man verdächtigte ihn, die amerikanische Gesellschaftsordnung untergraben zu wollen und politisch aktiv zu sein, obwohl er betonte, dass seine Mission ausschließlich spiritueller Natur sei. Dennoch strömten die Menschen zu Tausenden zu ihm.
3. Der Konflikt mit der konservativen Kirche. Er sprach von der Universalität der Religion und behauptete, das Christentum, die Lehre Jesu, und das echte Yoga, die Lehre Krishnas, sprächen im Grunde über dasselbe: die unmittelbare Erkenntnis Gottes. Für orthodoxe Gemeinschaften galt er damals als Ketzer. Religiöse Führer führten in der Presse Kampagnen gegen ihn und warfen ihm vor, Seelen zu verführen und eine Sekte zu gründen.
4. Skandale in der Presse und Gerichtsverfahren. Ehemalige Schüler und Neider reichten Klagen ein und verbreiteten ihre Vorwürfe in der Presse. Die meisten dieser Klagen zerfielen, doch bei den Konservativen hinterließen sie Spuren.
Trotz all dieser Schwierigkeiten gelang ihm ein Durchbruch. Er veränderte den gesamten Ansatz: Statt eine fremde Kultur aufzuzwingen, übertrug er die alte Wissenschaft des Kriya-Yoga in eine für westliche Menschen verständliche Sprache und befreite sie von Dogmen. Zu seinen Anhängern gehörten herausragende Amerikaner, darunter Barbenka, der Gründer von Kodak. In späteren Jahren prägten seine Schriften das Weltbild von Menschen wie Steve Jobs, der versprochen haben soll, bei seiner Beerdigung jedem Gast ein Exemplar der „Autobiografie eines Yogi“ zu schenken. Er fasste also Fuß, doch der Preis dafür war für ihn damals sehr hoch.

